Aus Aich kommt die Musik

Unterhaltsamer Blasmusikabend der Musikgesellschaft mit bayerisch-böhmischen Klängen

Aich – Ein zünftiges Konzert erlebten am vergangenen Wochenende die Zuhörer der Musikgesellschaft Aich. Bei einem abwechslungsreichen Blasmusikabend erwarteten sie bayerisch-böhmische Klänge und stimmgewaltige Gesangseinlagen.

Den ersten Teil des Abends eröffnete ein Blasensemble, bestehend aus drei Trompeten, drei Tenorhörnern und einer Tuba. Mit der „Milacek Polka“ und „Am Kamin“, einem Boarischen von Franz Posch, begrüßten sie ihre Besucher im voll besetzten Saal. Im Anschluss holten sich die Musiker Verstärkung in Form von drei begnadeten Sängerinnen. Zusammen musizierten das Blasensemble und der Dreigsang den Evergreen „Mein kleiner grüner Kaktus“, bei dem das Publikum freudig miteinstimmte. Die Blasmusiker setzten ihr Programm dann mit der „April Polka“, dem „Pforramadl“ und der „Scheene Madla Polka“ fort. Mit dem „Veganer Song“, gesungen nach der Melodie von Udo Jürgen’s Hit „Aber bitte mit Sahne“, hatte der Dreigsang dann die Lacher auf seiner Seite. Die Geschichte vom Veganer, der ins bayerische Wirtshaus geht und dort ein „Zuckerrüben-Geschnetzeltes mit Kartoffelstampf, Tofu und Kräutertee“ bestellt führte zur allgemeinen Erheiterung und viel Beifall im Saal. Dass die Herren in Sachen Gesang den Damen in nichts nachstehen bewiesen diese dann durch die beschwingte Volksweise „Hinter der Garage“, und verabschiedeten die Zuhörer mit der klanggewaltigen „Brennburg Polka“ in eine kurze Pause.

Die zweite Hälfte des Blasmusikabends gestaltete die Musikgesellschaft unter der Leitung von Johannes Winbeck in voller Zahl auf der Bühne. Mit dem „Kometenflug Marsch“ und dem darauffolgenden Walzer „Heimatkinder“ begannen die rund 40 Musiker ihren fulminanten Auftritt. Traditionell bayerisch ging es weiter mit dem „Eichelbauer Zwiefachen“ und dem „Landauer Landler“, die dem ein oder anderen Blasmusikfreund einen Freuden-Juchzer entfahren ließen. Um die zünftige Wirtshaus-Atmosphäre zu perfektionieren, stimmten die Musiker im Anschluss „S‘ boarische Bier“ an, was vom Publikum mit lautem Gesang und Geklatsche unterstützt wurde.
Dass die Aicher Musiker nicht nur in der Gruppe perfekt harmonieren, sondern auch talentierte Solisten in ihren Reihen haben, zeigte sich in der „Grabitzer Polka“. Tobias Hauser und Alexander Staudinger glänzten beim Zusammenspiel von Trompete und Tenorhorn, indem sie die Polka gut artikuliert und mit viel Gefühl für Takt- sowie Tonartwechsel vortrugen. Simon Winbeck setzte im Anschluss einen Glanzpunkt des Abends mit seinem virtuosen Solo zum Schlager „O mein Papa“. Unter Einsatz des gesamten Tonumfangs seiner Trompete brillierte er sowohl in den gefühlvollen als auch den rasanten Teilen des Musikstücks, was ihm von seinen Zuhörern üppigen Applaus bescherte. Gemütlicher ging es im Folgenden mit der „Polka Nr. 37“ und dem Zwiefacher „Unser oide Kath“ weiter, bei dem das Publikum sein Gesangstalent erneut unter Beweis stellen durfte. „Mit Pfiff und Schwung“ ging es dann auf das Ende des Blasmusikabends zu, den die Musiker nicht ohne Zugaben beendeten.
„Natalis Ludovici“, auf Deutsch „Zu Ludwigs Ehren“, wurde von Dirigent Winbeck kurzerhand umbenannt in „Natalis Volfgango“ als Dank an den ersten Vorstand Wolfgang Prost für sein Engagement im Verein. Als Grande Finale des Abends gab die Musikgesellschaft den Blasmusik-Klassiker „Aus Böhmen kommt die Musik“ zum Besten. Veronika Weiß und Manfred Gaube unterstützten dabei ihre Musikerkollegen mit einem wohlklingenden Gesangsduett in den Strophen, während im Refrain der gesamte Saal miteinstimmte.

Neben der Blasmusik kann auch Josef Grötzinger, das selbsternannte „Vereinsarchiv auf zwei Haxen“, als Star des Abends bezeichnet werden. Mit humorvollen Anekdoten aus dem Musiker-Alltag und stets einem kleinen Augenzwinkern führte er durch das kurzweilige Programm. So erzählte er von Freund- und Liebschaften aus dem „Klangkörper“, und sprach Reiner Hirsch, Dirigent des Vilsbiburger Musikvereins, seinen tiefsten Respekt aus: „Der peppt an jeden Verein auf, deren Konzert war super.“ Außerdem stellte er dem Publikum die Aicher Musiker persönlich vor und verwies auf das kommende Jahr, in dem die Musikgesellschaft ihr 160. Bestehen feiern darf.

Ein jeder Freund der Blasmusik kann sich daher bereits auf das nächste Jahr freuen, in dem die Musikgesellschaft wieder einmal beweisen wird, dass nicht nur aus Böhmen die Musik kommt – sondern auch aus Aich.

Rund 40 Musiker spielten beim Blasmusikabend zünftig bayerisch auf. 

 

Der Dreigsang berichtete stimmgewaltig vom kleinen grünen Kaktus. 

 

Mit Instrument und Gesang erfreute das Blasensemble die Zuhörer

 

Josef Grötzinger begeisterte als Moderator mit amüsanten Anekdoten.

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